Es geht langsam auf den Herbst zu und es wird Zeit die Winterweide vorzubereiten.
Also ist ausmisten des Unterstandes angesagt. Vorher darf die Stihl ihre Leistung erstmal bei den Brombeeren unter Beweis stellen. Schnell haben wir eine große Schneise hineingeschnitten.
Erin und Jane dürfen mir beim Arbeiten zuschauen, nach Mäusen suchen und sich im Stroh und Mist rumwälzen. Zwischendurch bevorzugen es beide im Schatten ein Nickerchen zu halten. 
Nachdem ich die “gefühlten 100m³” Stroh und Mist aus dem Unterstand geschaufelt habe, reicht es mir auch.
Auskehren und Desinfizieren werden wir im Laufe der nächsten Woche, bevor wir uns an die frische Einstreu machen. Dann ist alles vorbereitet für die Muttern mit ihren dicken Bäuchen bzw. für die Zeit mit den frischgeborenen Lämmern im zeitigen nächsten Jahr.
Sonntag 5.30 Uhr. Heute ist wieder einmal umtreiben angesagt. Ich nehme außer Erin auch “Urlaubshund” Fly mit. Da ich immer noch kein Auto habe, welches mit AHK gesegnet ist, heißt es auch diesmal wieder: zu Fuß. Die Strecke ist diesmal etwas länger. Ich schätze gute 6km dürften es sein.
Anika und Pepper sind pünktlich und so gehts vom Industriegebiet in Offenbach los. Die Moorschnucken sind laufwillig. Erin muß aber nur wenig bremsen, denn die Schnucken kennen das Prozedere wohl zwischenzeitlich und wir schaffen es schnell bis zu Neumühle. Dort müssen wir kurz auf die Straße um die Queich zu überqueren. Kein Problem und so können wir gleich danach auf die Heuwiesen abbiegen. Hier dürfen die Schafe erstmal etwas knappern und wir lassen die ganze Truppe ruhig vor sich hin laufen um hier und da das beste Gräslein zupfen zu können. Fly behält das ganze unter Kontrolle und “korrigiert” nur hier und da mal eine Bewegung der Gruppe.
Nach ca. 1km gehts links ab Richtung Wald. Auf dem Kiesweg, der sonst von Joggern stark frequentiert ist, treffen wir keinen Menschen. Die Schafe legen diesmal an Geschwindigkeit ordentlich zu und so muß ich mit Erin vorn wieder bremsen, während sich Pepper hinten bereits mit der ersten unleidligen Schafsdame quälen muß.
Zum Glück ist auch dieser Weg nicht endlos. Schon gehts wieder raus aus dem Wald und wieder übers freie Feld. Hier darf Fly wieder mithelfen die Schafe gemütlichen Schrittes zu bewegen.
Langsam machen sich die Kilometer bei Mensch und Schaf bemerkbar. Einige hundert Meter müssen wir nun über Stoppelfelder Richtung Landstraße zurücklegen. Hier ist auch schon der “gefährlichste” Teil der Wanderung. Die Überquerung der Straße. Ich habe mir dafür eine Ampel ausgesucht. Zwar müssen wir dann einige Meter durch das Dorf, aber die Schafe dürften hier am sichersten über die Straße zu bringen sein.
Leider hatte ich nicht damit gerechnet, das die Ampel Sonntag morgens wohl für schnellläufige Fußgänger eingerichtet ist. Jedenfalls sprang sie bereits nach wenigen Sekunden wieder auf rot um. Beim zweiten Anlauf klappte es dann aber, die Schafe begannen die Straße zu überqueren, als ein Krankenwagen mit Sirene auf uns zuraste! Zum Glück bog der aber vor uns Richtung Dorf ab und Pepper schob die Schafe die ganze Zeit sowieso unbeirrt weiter über die Straße Richtung Dorf. 
Nach einigen weiteren Metern und den ersten Zuschauern, die nun so auftauchten war das Regenrückhaltebecken, der Weideplatz für die nächste Zeit, erreicht.
Anika und Pepper haben das superklasse gemacht und irgendwie ist die Idee das ganze als “Peppers Driving Service” anzubieten garnicht so schlecht! 
simsa,
26.08.2008, 11:36 | Abgelegt unter: Border Collie, Schafe, außer der Reihe, tägliches | RSS 2.0 | TB | Tags: Landstraße, Sonnenaufgang, Sonntag, Stoppelfelder, Umtrieb, Wald | Keine Kommentare
Lange hab ich drüber nachgedacht und noch länger hab ich dran gespart. Der Zuschlag für die Pacht der Renaturierungsflächen im Nachbarort und die damit verbundenen “Buscharbeiten” waren schließlich ausschlaggebend. Mit Sense kann ich auf meinen grünen Weideflächen wunderbar nachschneiden, mit dem “Chinesen” genauso, nur lauter und lebensgefährlicher. Was mir fehlte war ein Freischneider, der leicht bedienbar und stark genug ist um mit mannshohen Brennesseln, Buschwerk und Brombeeren klar zu kommen.
Gesagt getan. Ich kaufte die Stihl am Donnerstag. Beim bezahlen trieb es mir nochmal kurz die Tränen in die Augen. Die trockneten am Freitag allerdings schnell, als ich die Flächen für die Netze freischnitt. Wie durch warme Butter glitt das Messer durch uralte Diestelbestände, Goldruten und Holunderbüsche 
Ruck-zuck war ich (leider) fertig und irgendwie freue ich mich drauf, wenn die Schafe auf der Fläche was stehen lassen
Die ruhigen Schafhaltertage wurden wieder mal abgelöst.
Angefangen hatte es damit, das Mändy sich zwischen der Klaue verletzt hatte. Die Klaue schwoll natürlich an. Nach zwei Tagen Behandlung sah das Ganze aber wieder gut aus. Sie humpelte nicht und die Schwellung ging zurück. Dennoch wollte ich sie am Freitag mit zwei anderen willkürlich ausgesuchten Schafen, lieber mit dem Auto zur neuen Weide transportieren. Nachdem ich sie gefangen hatte, sah ich die Bescherung. Oberhalb des Kronsaumes hatte sich eine Tasche gebildet, die bereits überreif aussah. Noch im Auto entfernte ich deren Inhalt und wusch die Wunde aus. Die ursprüngliche Verletzung zwischen den Klauen ist mittlerweile ausgeheilt. Ich hoffe, die Wundheilung setzt sich nun oberhalb des Kronsaumes ebenfalls fort.
Samstag morgens um fünf klingelte dann der Wecker. Gegen 5.45 Uhr war es dann hell genug. Ich machte mich mit Erin auf die Socken. Die Rehe waren von mir “Störenfried” garnicht begeistert. Die Schafe dagegen schienen zu wissen, das es jetzt wieder auf eine frische Weide geht. Bereitwillig verliesen sie mit mir die Wiese.
Erin dagegen schien von der Tatsache, das sie ganz allein hinter den Schafen ist und wir auf unbekanntem Gelände unterwegs, verunsichert zu sein, was sich in einem permanent hochfrequenten Quietschen äußerte. Sie trieb die Schafe zwar sauber nach und wählte entlang der Straße ihren Druckpunkt so genial, das wir - wie sich das für Fußgänger gehört - allesamt schön auf dem Fußweg unterwegs waren. Sie verweigerte das “lie down” fast vollständig und regulierte lieber selbstständig ihr Tempo. Ich finde, wir hatten trotzdem Glück, das die Schafe ihr den geringen Abstand nicht übel nahmen.
Die Insassen des einzigen Autos das wir trafen, staunten nicht schlecht, denn wir hatten die Schafgruppe rechtzeitig auf einem Firmenparkplatz neben der Straße “geparkt”, bis der PKW vorbei war.
Nach Überquerung des Kreisels, selbstverständlich auch im Fußgängerbereich
waren wir dann auch schon im Industriegebiet angekommen. Ich ging nun mit Erin hinter den Schafen, da ich sicher war, das Sonntags um sechs Uhr morgens niemand zur Arbeit fahren wird. 
Erin beruhigte sich nun schnell wieder. Das Quietschen hörte auf. Mittlerweile kannte sie das Gelände, schließlich stehen die Schafe nun hinter unserem Firmengebäude und haben jetzt zwar nicht den tollsten Aufwuchs, freuen sich aber über Brombeeren und Hagebutten.
simsa,
11.08.2008, 13:55 | Abgelegt unter: Border Collie, Schafe, tägliches | RSS 2.0 | TB | Tags: Erin, Industriegebiet, Kronsaum, lie down, umtreiben, Umtrieb, Verletzung | Keine Kommentare