Schaf Blog

vom Alltag eines Moorschnucken Schafhalters

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  • Archiv: Dezember 2008

    Hausaufgaben oder von Körpersprache und Kämpfen

    Für Jane hatte ich vom Seminar einige Hausaufgaben mit heim genommen.
    Die letzten Tage gingen meine Gedanken oft darum, warum Jane auf dem Seminar so garnicht wollte. Kämpfen wir gegeneinander, anstatt zusammen zu arbeiten? Ist sie ein Trotzkopf? Hat sie zuviel Freiheiten? Kämpfen wir an den Schafen einen Kampf, der dort nicht hingehört?
    Ich überdachte unser Verhältnis zu Hause, außerhalb des Schaftrainings, während der Freizeit.
    Montag dann beim Trainingstrupp hatte ich wieder dieselbe Problematik, wie beim Seminar. Jane mochte nicht laufen.
    Bisher hatte ich den Fehler begangen und war immer in Bewegung geblieben, oft dem Hund beim flankieren “hinterher gelaufen”. Die Schafe waren dadurch ebenfalls immer in Bewegung. Nun blieb ich stehen, die Schafe kamen zum Stillstand, wenn das Flankenkommando erfolgte. Lag es daran? Achtete Jane so extrem auf meine Körpersprache?
    Da mir die Schafe sowieso auf den Füßen standen, holte ich Erin zu Hilfe. Sie lief mit mir vor den Schafen her. Sie kennt das vom umtreiben. Das sorgte nun dafür, das die Schafe einen Abstand von gut 5m zu mir hielten. Bei Jane schien das eine Art “Blockade” zu lösen. Endlich sah ich wieder ihre natürlich weiten Flanken. Endlich kein liegenbleiben, trotz Kommando. Endlich lief der Hund auf den ersten Ton von mir los!

    Wir haben heute, am Donnerstag, das Ganze nochmal so gehübt. Erin war zur Absicherung mit auf der Koppel. Mußte aber selten mit mir laufen. Jane hat nun verstanden, das ich stehenbleibe und die Schafe ebenfalls, wenn das Flankierkommando folgt. Ihre rechte Seite ist immer noch nur Viertelflanken groß. Dafür schafften wir es heute erstmal einen Fast-Klitzekleinen-Outrun zu laufen. Nur fünf Meter von mir weg, schickte ich sie – natürlich links, ihre Lieblingsseite – hinter die stehenden Schafe. Sie lief auf das erste Kommando los und lies sich perfekt stoppen.
    Ich hab die Übung nach einem kurzen Nachtreiben dann beendet, denn zu toppen war das nicht mehr heute. :D

    Seminar mit Anita Hermes

    13. Dezember 2008bis14. Dezember 2008

    Am 13. und 14. Dezember fand in Grebenau ein Seminar mit Anita Hermes statt. Lange hatte ich überlegt, ob ich nur Jane mitnehme. Letztendlich packte ich dann kurzfristig Erin auch mit ein. Es ist nie zu spät etwas dazu zu lernen.
    Der Samstag Morgen fing gleich chaotisch an. Ich hatte prompt verschlafen. Schnell die Hunde ins Auto, den Kaffee in die Thermoskanne und los ging es. Zum Glück konnte ich die verlorene Zeit “rausfahren” und kam pünktlich auf der Wiese an.
    In Grebenau selbst war es um einiges kälter als bei uns. Zum Aufwärmen hatten wir aber einen gut beheizten Wohnwagen und meine Aigle Iso Parcour konnten sich bei ihrem ersten Härtetest bewähren.
    Nun aber zum Training:
    Erin hatte ich vor längerer Zeit auf Anitas Trainingsmethode umgestellt. Mit Jane hatte ich gleich so begonnen, das der Hund von mir wegflankiert und nicht über mich “rausgedrückt” wird.

    Ich wollte Janes Ausbildungsstand überprüfen lassen und gemachte Fehler korrigieren. Außerdem hatten wir in den letzten zwei Monaten ja hauptsächlich daran gearbeitet, Jane ihre Freude an der Arbeit zu lassen. Nun sollte endlich etwas mehr Struktur rein kommen.
    Leider machte mir Jane da einen Strich durch die Rechnung. Sie war kaum bereit mitzuarbeiten, blieb einfach liegen. Wurde ich etwas fordernder kam sie zu mir angeschlichen. Mit Flitzeskudden hatte sie dagegen ihren Spaß. Leider waren die für mich nicht handelbar. Dazu bin ich zu langsam und gedanklich nicht flexibel genug.
    Zum Glück fanden wir dann sonntags noch eine Gruppe, die Jane zusagte. Anita hielt sich dann auch gut im Hintergrund und rief mir von weitem Anweisungen zu. So konnten wir dann doch noch eine Übungseinheit kontrolliert und mit Struktur absolvieren.

    Bei Erin dagegen ging es um Feinschliff in den Bewegungen und um die Problematik, das sie bei kniffeligen Situationen, wie am Pferch, nicht punktgenau zu stoppen ist. Das liegt u.a. an ihrer natürlichen Art sich abzulegen und ihre Pfoten zu sortieren. Sie gewinnt dabei immer an Boden. Für die Schnucken zuhause absolut ungünstig. Für die Pfercharbeit habe ich eine etwas ungewöhnliche Idee mit nach Hause genommen, die wir probieren werden.
    Beim Feinschliff, Kommandos für Kleinstflanken mit kurzem Stopp und weitertreiben, konnte mich Erin wieder einmal verplüffen. Sie hat diese Umstellung bzw. neue Aufgabe sofort angenommen und umgesetzt und fand es Klasse! Auch einen Outrun, nahe an ihrer Sicherheitsgrenze lies ich sie laufen. Klasse hat sie das gemacht!
    Mit vielen neuen Idee im Kopf fuhr ich Sonntag heim. Anita gibt mir immer sehr viele Gedankenanstösse, hat oft unkonventionelle Lösungsansätze und -vorschläge, die mich immer wieder voran bringen beim Training.

    beim treiben
    beim click auf das Bild öffnet sich das Picasa Webalbum vom Seminar

    Grummet für alle!

    Heute wurde unser (teilweiser) Wintervorrat an Grummet und Stroh geliefert.
    Die Damen und natürlich auch Victor waren augenblicklich begeistert. Mußten sie doch die letzten Tage mit den Resten des 1. Schnittes vom Vorjahr vorlieb nehmen.

    begeistertes Futtern

    Neues von Eckhard

    “Klein”-Eckhard wächst und gedeiht.
    Mittlerweile muß er damit zurecht kommen, das es die Flasche nur 1x täglich gibt. Er frisst aber bereits fleißig Grünfutter. Trotzdem ist er nicht zu überhören, sobald er mich kommen sieht.


    Zwischenzeitlich hat er nun auch seine Nummer bekommen, die ihn nachweisbar als Osterbraten ausweist. Zum Glück weiß er noch nichts davon. Bis es soweit ist, muß er aber noch ordentlich zulegen.

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