Schaf Blog

vom Alltag eines Moorschnucken Schafhalters

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  • Archiv: Oktober 2009

    “für Ruhm und Ehre”…

    …war meine Antwort am Freitag, auf die Frage einer Bekannten, warum ich sonntags um 6 Uhr morgens aufstehe, um mit meinem Hund zu einer “Prüfung” zu fahren. :D

    Heute also, am 25.10. sind wir im schönen Hösbach-Winzenhohl bei Familie Zilch zum Trial angereist. Veranstaltet wurde ein Trial der Klassen 1 und 2 an propperen Heidschnucken, Rhönschafen und ein paar vereinzelten netten Mixen.
    Das Gelände war nach rechts abschüssig. Die Schafe kamen aus dem Auslaß von links und hatten dorthin auch deutlichen Zug. Nach rechts war für den 80m Outrun eindeutig mehr Platz, links könnte es eng werden, nutzte der Hund nicht allen möglichen Raum für seinen Outrun, dafür war der Zug gleich unterbrochen.
    Der Turn erfolgte mit dem Uhrzeigersinn. Die Schafe versuchten – bei einigen leider sogar erfolgreich – nach dem ersten Treibtor nochmal die Flucht Richtung Auslaßpferch. Zweites Treibtor mußte von oben genommen werden. Stabilisieren und dann in denn offenen (!) Pferch. Klingt einfach – ist es aber nicht! :D
    Die Schafe waren menschenbezogen und wollten Präsenz vom Hund sehen. Sie blieben gerne stehen und schauten auch gerne mal, was da hinter ihnen eigentlich rumschleicht! :D Schwierigkeiten sah ich, wie erwähnt, beim ersten Treibtor und beim Pferch. Die Schafe, unbeeindruckt durch das Gehampel der Menschen, liefen gerne einfach am Menschen und dem Pferch vorbei sonstwo hin…. :D
    Zu unserem Lauf. Da ich schwer einschätzen konnte, wie Jane den Hang runter nimmt, vertraute ich lieber auf unsere “gute” Seite und schickte links. Jane nutzte den vorhandenen Platz voll, die Schafe reagierten dennoch leicht auf sie. Klein-Jane wußte aber, wie man richtig läuft ;) (20 Punkte) und der Lift war “wie geübt” (10 Punkte). Auf dem Fetch diesmal eine seeeehr kontrollierte Jane, nur einmal mußte ich sie kurz ermahnen. Die Schafe liefen aber ausgesprochen nett. (19 Punkte). Der Turn war richtig, richtig schick, fand ich :D Der Drive war etwas hakelig, ich fand irgendwie nicht die richtige Spur. Zuviel Hin- und Herflankiererei, statt “steady”. Trotzdem 28 Punkte. Das halten “21,22,23″ ;) wurde mit 10 Punkte belohnt und dann gings zum Pferch. Ich flankiere Jane rechts rüber, damit die Schafe nicht an mir, die ich links vom Pferch stehe, vorbeilaufen. Was machen die Schafe? Sie laufen rechts am Pferch vorbei. :roll:
    Zweiter Versuch. Jane diesmal weniger rübergezogen. Das reicht dennoch zwei Schafen um erneut am Pferch vorbei zulaufen. Die Aufregung treibt mir den Schweiß auf die Stirn. Ich muß mir mit einem “ihr A****löcher!” Luft machen :D
    Danach gehts wieder. Diesmal lasse ich Jane in Linie zum Pferch. Alles guckt schon Richtung Pferch nur eine Heidschnucke steht noch quer. Ganz, ganz leise flüstere ich “Jane, Jane”. Das reicht, um den kleinen Hund gaaaanz langsam aufstehen zu lassen, zwei gaaaanz langsame Schrittchen machen zu lassen und….die Schnucke dreht den Kopf und alle laufen brav in den Pferch! *puh, schwitz* 6,5 Punkte gibts dafür.
    Mit 93,5 Punkten von 100 hat es diesmal für Platz 1 gereicht und was soll ich sagen? *stolz bin*

    Fotos haben wir natürlich auch gemacht. Klick auf das Bild um das Webalbum zu betrachten.
    Ionto

    Ionto

    Baden Württembergische Meisterschaft am 17./18.10.2009

    Wieder einmal eine Veranstaltung ganz im Zeichen des hütenden Border Collies. Diesmal in Walldorf an der Scottisch Blackface Herde von Markus Waldmann.
    Diesmal war ich nicht mit der Kamera unterwegs, sondern leistete Hilfe im Auslasspferch und zeitweise als Schafstellergehilfin :)
    Sehr interessante Perspektive von “da oben”, wenn die Hunde ihren Outrun beenden und mit einem Lift mehr oder weniger freundlich “Hallo” zu den Schafen sagen. Bis zum Fetchtor konnte man die Läufe verfolgen, danach war die Vorbereitung der nächsten Schafgruppe angesagt. Ich konnte wieder vieles über Schafe und ihr Verhalten mitnehmen und werde mich weiterhin bemühen zu lernen: “nicht schneller zu sein als die Schafe, sondern schlauer”.
    Hochinteressant am Sonntag dann die Starts und Landungen der benachbarten Segelflieger und kleinmotorigen Flieger. Dagegen mußte der ein oder andere erstmal “anpfeifen” :D

    Fotos gibt es von Ralph Braun

    Slideshow-Link I und
    Slideshow-Link II

    Lukasmarkt in Mayen

    Am 14.10. war Lukasmarkt in Mayen. Erstmals habe ich dort Victor, Marie und zwei weitere meiner großrahmigeren, schaupenlosen Damen ausgestellt.
    Das Interesse an den “Schafen mit den entzückenden Gesichtern” war groß. Viele Bekannte habe ich wiedergetroffen, viele neue Schafhalter und -züchter kennen gelernt. Die Hilfsbereitschaft beim präsentieren meiner doch unwilligen Damen war überwältigend, obwohl es gerade Victor nicht einfach gemacht hat. :)
    Nächstes Jahr werde ich mit ihm “gesittet an der Leine laufen” üben und die Moorschnucken sicher wieder präsentieren.
    Viele interessante Schafrassen gab es zu bewundern. Die Kerry Hill Schafe (mit Feuer im Hintern und tollen Ohren!) waren DER Hingucker. Aber auch die grauen, gehörnten Heidschnucken eines Züchters aus “meiner Nachbarschaft” bleiben mir in Erinnerung. Germans Waldschafe mit seinem schicken Bock, der sooo brav mitging und last but not least, die riesigen Brillenschafe und Bergschafe :shock:
    Viel leckeres vom Lamm lies keinen hungern oder verdursten.
    Diverses “Schäfermaterial” gab es auch zu kaufen und so traten mit uns Hühner, Fangstock, Schafskalender, Horden, Klauenschere, Messer und leere Portemonaies den Heimweg an! :D
    Ich freue mich jedenfalls schon auf´s nächste Jahr. Auf viele Bekannte und neue Gesichter und interessante Schafe.

    Kerry Hill SchafePreis

    I say goodbye, you say hello

    Frei nach den Beatles (ich weiß, die singen es genau andersrum ;) ) habe ich heute einige Böckchen in einen neuen Wirkungskreis verabschiedet. Benno wird seine “Pflichten” zukünftig im Hessischen verrichten und Bernd ist zusammen mit Schwester Berni ins Saarland umgezogen.
    Der Rest der Bockgruppe durfte heute beim 1. Gut Neumühle Tag mitwirken :)

    HÜ :-)

    HÜ (= “Hausaufgabenüberprüfung”) ist in der Schule meiner Tochter ein bekannter Begriff. Kleine Tests bei denen der Lehrer überprüft, ob die Hausaufgaben gemacht und verstanden werden.
    Trial ist auch “HÜ”, nur weiß man nie so genau, welche Hausaufgaben eigentlich dran gewesen sind :D

    So ähnlich gings mir diesmal beim Trial in Römerberg.
    Das Feld war großzügig (wow, waren die Drive-Tore weit weg :shock: ), topfeben. Der Auslass war hinter einem Schilfgürtel, die Ruheweide direkt neben dem Trialfeld ebenfalls durch einen teilweise sehr dichten Schilfgürtel getrennt. Der Zug zum Auslasspferch war bei den Schafen deutlich. Besonders am 1. Treibtor mußte man aufpassen.
    Der Turn ging mit der Uhr. Nach dem zweiten Drivetor war ein Slalom aufgestellt. Danach mußten die Schafe nochmal stabilisiert werden und eingepfercht. Gitte Anders, die Richterin, betonte beim Briefing, das sie Wert auf ruhiges arbeiten der Schafe legt.
    Die Schafe straften es, wenn der Hund zu dicht kam, wollten trotzdem Präsenz vom Hund sehen und waren menschenbezogen. Arbeitete der Hund flüssig und auf den Füßen war das von Vorteil. Das Wetter war anfangs bescheiden, obwohl ich mich für meine Wiesen daheim über den Regen gefreut habe. Beim trialen darf ruhig die Sonne scheinen. Das tat sie dann auch hin und wieder nachmittags :)

    Unser 1. Lauf.
    Ich schicke Jane links (kein Risiko mit rechts schicken, heute :D ). Sie läuft sauber raus. Ich stoppe sie allerdings zu spät. Sie kommt zu weit rechts zum liegen (Outrun 18 von 20). Demzufolge ist der Lift schräg (7 von 10 Punkten). Der Fetch. Jane halbwegs unter Kontrolle, ab und an aber mit eigenen (aber superguten!) Ideen. Der Turn ist arg großzügig bei uns. Das müssen wir noch üben (12 von 20 Punkten). Nach dem Turn kommen die Schafe ins laufen. Ich lasse sie erstmal. Schicke Jane zu spät, die Schafe sind zu weit links aber Jane kann sie kippen, wenn auch zu stark. Durch das zweite Tor gehen sie durch, wenn auch nicht ganz sauber das Ganze (12 von 30 Punkten). Beim Slalom kommen die Schafe zum stehen (5 von 10 Punkten). Beim Pferch muß ich ganze Überzeugungsarbeit leisten und lasse Jane lieber liegen (8 von 10 Punkten). Macht 62 von 100 Punkten. *froi* *stolz bin auf dat Bubba*

    2. Lauf
    Es wird umgebaut. Das erste Drivetor entfällt. Das Fetchtor wird zum ersten Treibtor. Das zweite Treibtor muß nun von hinten durchlaufen werden. Dafür gibts jetzt keinen Slalom mehr, sondern einen Trichter. Prima. Irgendwann ist immer das erste mal für so einen Trichter. Unseres ist halt nicht daheim zum üben, sondern gleich auf einem Trial. Wir stellen uns der Herausforderung :D
    Ich schicken Jane diesmal wieder links, stoppe sie rechtzeitig (20 von 20 Punkten). Lift ist sauber (10 von 10 Punkten). Fetch diesmal nicht ganz so ruhig. Die Schafen quittieren Janes Flankiererei und zuhören tut sie auch nicht, wie ich das gerne hätte. Beim Turn gibts dann auch noch ein zick-zack.  (11 von 20 Punkten).
    Das erste Treibtor ist ganz gut, beim zweiten zieht es ein Schaf permanent Richtung Ruhewiese. Jane überzeugt und das Schaf läuft doch noch mit (22 von 30 Punkten).
    Der Trichter: was soll ich schreiben. Dreimal stehen die Schafe davor. Dreimal gehen ein/zwei dran vorbei. Da der Trichter zur “Pflicht” gehört müssen wir immer wieder ran. Jane reagiert extrem auf meine “Überzeugungsversuche”. Mit dem Stock wedeln, anpusten, “buh” Rufe, stampfen – nix nützt bei den Schafen. Bei meinem wilden Gehüpfe reagiert Jane aber und sprengt somit die Schafsgruppe wiederholt. Beim dritten mal springt eins der Schafe beim Fluchtversuch sogar über Jane, die rempelt es beim zurückholen und vom Richterwagen kommt nun “Danke”. Disqualifiziert.
    Schade. Nun wissen wir, was zu üben ist und um es mit dem Rat einer Handlerin auszudrücken: “entweder der Handler agiert oder der Hund, beides ist Mist” :D

    alle Schafe noch da?klar, alle dalook sheepChristina mit Kiss und SheltieZuschauerschmeckts?essen gabs auch :)voller Einsatz

    Noch mehr Bilder gibts imPicasa Webalbum

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