Schaf Blog

vom Alltag eines Moorschnucken Schafhalters

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    zwei Schritte vor und einen zurück

    So gehts mir z.Z. mit Anna und ihren beiden Buben. Hatte sie die zwei in der Lämmerbox nun endlich angenommen, sah das draußen schon wieder ganz anders aus.
    Gestern nach dem füttern, konnte ich ihren “Eiertanz” wieder beobachten. Während alle anderen Muttern die Kraftfuttergabe sozusagen umgehend an ihre Lämmer weiterleiten, scheint Anna etwas egoistischer zu sein. Also, wieder ab in die Box. Nochmal aufgesetzt. Der kleine “Bit” stürzte sich augenblicklich auf das Euter, während “Brat” das sehr gelassen sah.
    Heute morgen dann, war Anna wieder draußen. Sie hatte sich das Gitter aufgedrückt und spazierte mit beiden Lämmern wieder über die Wiese. Diesmal regnete es allerdings und ich mußte feststellen, das “Bit” mit Buckel auf der Wiese stand. Ein deutliches Zeichen, das er friert.
    Also Anna diesmal in die ausbruchsichere Ablammbox, aufgesetzt und “Bit” sich wieder auf das Euter stürzen lassen.
    Das Ende vom Lied: “Bit” hat heute Mittag seine erste Flasche bekommen. 200ml fast auf einen Zug ausgetrunken und wird nun also doch ein Flaschenlamm. Dennoch wird er mit Mama und Brüderchen auf der Weide bleiben, um “Schaf” zu bleiben.

    Muttergefühle für Anfänger

    Das wiederholte Festhalten und das Durchhaltevermögen der Lämmer haben sich ausgezahlt. Anna ist mittlerweile eine tolle Mutter. Lässt beide Lämmer trinken, kein rumschupsen mehr in der Box. Die Temperaturen beider Lämmer sind nun konstant gut, klein “Bit” zeigt keine Anzeichen mehr von Dehydration.
    Trotzdem wird sie bis zum Ende der Woche noch mit ihren Lämmern in der Box bleiben, auch wenn die beiden Racker schon neugierig durch die Gitter schauen und wohl am liebsten mit den anderen Lämmern rumhüpfen würden.

    Ja – Nein – JEIN

    Meine Anna hatte gestern nun endlich deutliche Anzeichen für eine baldige Niederkunft. Sie lag doch lieber weiter rum, statt wie der Rest dem Kraftfuttereimer nachzurennen und hielt sich auffällig abseits und dazu in der Nähe des Unterstandes.
    Also hab ich gestern abend das Fahrrad rausgeholt und den zwei Hunden kurzerhand ein kleines Fitnesstraining zur Weide gegönnt. Ich wollte schauen, ob bei Anna heute morgen denn mit einem Lämmchen zu rechnen ist.

    An der Weide angekommen, war gleich zu sehen, da stimmt was nicht. Aufruhr in der ganzen Gruppe! Der Grund war gleich zu sehen, ein frischgeborenes kleines Lämmchen versuchte bei allen möglichen Muttern “anzudocken” und wurde ziemlich unsanft in seine Schranken gewiesen. Ich hab das kleine Ding also eingesammelt und geschaut, wo die Muttern wohl ist. Anna war schnell ausgemacht. Doch irgendwie rannte die lieber panisch meckernd und suchend zwischen all den anderen Schafen herum. Von dem Lämmlein wollte sie so garnichts wissen. Nun stellte ich auch noch fest, das noch ein zweites kleines Lämmlein suchend in der Gruppe herum irrte. Also auch das eingesammelt und dem lief Anna dann endlich hinterher zur Ablammbox.
    Dort waren die drei dann auch schnell drin verschlossen und damit nahm das Drama seinen Lauf.
    Anna war mit den Lämmern vollkommen überfordert und boxte sie sehr unanft von sich. Von trinken lassen war keine Rede.
    Also hab ich die Mama auf den Popo gesetzt, die Zitzen kurz freigemolken und die zwei kleinen den ersten Schluck Biestmilch nehmen lassen.
    Der Rest der Schafmütter war nun mit frischem Wasser und Kraftfutter schnell zufrieden gestellt und ich konnte Anna noch ein wenig beobachten. Leider lies sie sich auch durch eine Extraportion Kraftfutter nicht davon überzeugen, wenigstens beim Fressen still zu stehen, damit ihre Lämmer trinken können. Also hab ich sie fixiert und die beiden Böckchen animiert, die Zitzen zu suchen. Zwischenzeitlich simste ich fleißig nach Milchersatzpulver und ob ich es hole oder doch nicht ;)
    Bis kurz nach Mitternacht konnte ich Anna durch anfängliches festhalten dann doch überzeugen, die Lämmer trinken zu lassen.

    Heute morgen dann gegen halb vier bin ich wieder auf die Wiese. Die beiden Lämmer und deren doch unsanfte Behandlung durch ihre Mutter lies mir keine Ruhe. Anna vollführte ihren beliebten “Eiertanz” um zu vermeiden, das die Böckchen ans Euter gelangen konnte. Also wieder festgehalten, wieder lies sie nach anfänglichem Festhalten beide trinken.
    Morgens halb acht, selbes Spiel. Anna lässt die beiden ohne meine Anwesenheit scheinbar nicht ans Euter. Der kleinere von beiden “Bitt” wiegt nur 2,2kg und hatte zudem nur 38° C. Der größere “Brad”, obwohl von Anna am unsanftesten behandelt, hatte dagegen 2,5kg und gute 39°C. Hatte der einmal die Zitze erreicht, lies sie auch nicht mehr los und zutzelte in vollen Zügen. Der kleine “Bitt” dagegen verlor die Zitze öfters, suchte an den falschesten Stellen. Annas mangelnde Kooperation macht ihm das Ganze auch nicht unbedingt einfacher.

    Was haben wir nun alles schon versucht?
    Aufsetzen: rabiat und mit Stress für Muttern verbunden und unbeliebt bei den Lämmern
    Festhalten: stressig für die Mutter, okay für die Lämmer. Alle zwei Stunden die Mutter zum Zwangsstillen verdonnern ist allerdings auch nicht das Gelbe vom Ei
    Hund vor die Ablammbox, um den Mutterinstinkt zu wecken: funktioniert nicht, Anna kennt Erin genau ;)
    Die Lämmer heute Vormittag mal für zwei Stunden mitgenommen: Anna topt in ihrer Box, ruft nach den Lämmern. Nur trinken dürfen sie danach trotzdem nicht :(
    Zufüttern mit der Flasche: ausgerechnet der kleine “Bitt” verweigert die Flasche komplett.

    Also prüfe ich weiterhin Temperatur, Elastizität der Haut und biete die Flasche an.
    Wir werden sehen, was die Osterfeiertage bringen….

    Die Buben trudeln langsam ein

    Heute morgen wieder mal ein Lämmlein. Schon trocken und Mama und der kleine Berdi haben sich im Unterstand ausgeruht. Es ist eine von den “Diepholzern” und damit fiel mir ein kleiner Stein vom Herzen. Es steckt also nicht grundsätzlich der Wurm drin. Berdi wiegt süsse 3,0kg und ist fit und munter. Trotzdem ist er jetzt mit der Mama erstmal in der Ablammbox.
    Marie und Anna platzen fast. Die Euter sind prall gefüllt konnte ich heute feststellen. Antje trägt wahrscheinlich nicht. Sie hatte während der Deckzeit gesundheitliche Problemchen. Evtl. hat sie umgebockt und bringt ein Sommerlamm zur Welt. :)

    Geburtshelfer

    Es wird nun immer wärmer, die Sonne scheint prächtig. Berni, Bernhard, Bianca und Benno bekommen Ohrmarken und dürfen anschließend raus zu den anderen Lämmern. Tolles Osterwetter und ideal zum lammen, wie es scheint.
    Heute morgen daher, ist deutlich zu sehen “da kommt wieder etwas”. Die Mutter wechselt zwischen unruhigem hin- und hergelaufe, kratzen und hinlegen. Sie ist kurzatmig. Ich bleibe in einiger Entfernung und fülle in der Zwischenzeit die freigewordenen Lämmerboxen mit Heu und Stroh auf. Endlich kommt etwas Fruchtwasser, die Fruchtblase hängt heraus. Ich gehe näher ran, das findet das Schaf allerdings nicht besonders nett. Sie ist beunruhigt durch meine Anwesenheit.
    Also lasse ich sie und fahre erstmal schnell noch etwas Rübenschnitze holen.

    10 Minuten später. Wieder einmal liegt die Mutter und presst, großartige Fortschritte sind aber noch nicht erkennbar auf Entfernung. Ich hole also den Futtereimer aus dem Auto und sammle die ganze Gruppe zur “Kraftfutterparty” im Unterstand.
    Nun hab ich auch die Gelegenheit die werdende Mutter zu separieren. Aus der Nähe sind nun die Füßchen zu sehen.
    Die Mutter legt sich nochmals und presst, eine kleine Nase kommt zum Vorschein. Das Ganze dauert nun schon fast eine Stunde, ich hab das Gefühl die Wehen sind nicht ausreichend um die Kraft zum herauspressen des Köpfchens zu haben.
    Ich leg die Mutter hin und helfe, das erste mal überhaupt für mich.
    Vorsichtig ziehe ich mit der nächsten Wehe an den Füßchen. Ich hab das Gefühl, die Mutter ist nun froh um meine Hilfe und presst fleißig mit. Mit der linken Hand fahre ich nun noch vorsichtig hinter das Köpfchen, damit es gänzlich zum Vorschein kommen kann. Endlich ist der Kopf ist draußen. Bereits nach dem dritten vorsichtigen ziehen rutscht das kleine Böckchen raus.
    Die Mutter beginnt sofort ihn trocken zu lecken. Wenige Minuten später steht der kleine Mann wackelig auf seinen staksigen Beinchen und versucht anschließend die Zitzen zu finden.

    Ich lasse die beiden erstmal in Ruhe. Später werde ich ihn noch wiegen, ihm einen Namen geben und schauen, ob die erste Biestmilch geflossen ist. :)

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