Ja – Nein – JEIN
Meine Anna hatte gestern nun endlich deutliche Anzeichen für eine baldige Niederkunft. Sie lag doch lieber weiter rum, statt wie der Rest dem Kraftfuttereimer nachzurennen und hielt sich auffällig abseits und dazu in der Nähe des Unterstandes.
Also hab ich gestern abend das Fahrrad rausgeholt und den zwei Hunden kurzerhand ein kleines Fitnesstraining zur Weide gegönnt. Ich wollte schauen, ob bei Anna heute morgen denn mit einem Lämmchen zu rechnen ist.
An der Weide angekommen, war gleich zu sehen, da stimmt was nicht. Aufruhr in der ganzen Gruppe! Der Grund war gleich zu sehen, ein frischgeborenes kleines Lämmchen versuchte bei allen möglichen Muttern “anzudocken” und wurde ziemlich unsanft in seine Schranken gewiesen. Ich hab das kleine Ding also eingesammelt und geschaut, wo die Muttern wohl ist. Anna war schnell ausgemacht. Doch irgendwie rannte die lieber panisch meckernd und suchend zwischen all den anderen Schafen herum. Von dem Lämmlein wollte sie so garnichts wissen. Nun stellte ich auch noch fest, das noch ein zweites kleines Lämmlein suchend in der Gruppe herum irrte. Also auch das eingesammelt und dem lief Anna dann endlich hinterher zur Ablammbox.
Dort waren die drei dann auch schnell drin verschlossen und damit nahm das Drama seinen Lauf.
Anna war mit den Lämmern vollkommen überfordert und boxte sie sehr unanft von sich. Von trinken lassen war keine Rede.
Also hab ich die Mama auf den Popo gesetzt, die Zitzen kurz freigemolken und die zwei kleinen den ersten Schluck Biestmilch nehmen lassen.
Der Rest der Schafmütter war nun mit frischem Wasser und Kraftfutter schnell zufrieden gestellt und ich konnte Anna noch ein wenig beobachten. Leider lies sie sich auch durch eine Extraportion Kraftfutter nicht davon überzeugen, wenigstens beim Fressen still zu stehen, damit ihre Lämmer trinken können. Also hab ich sie fixiert und die beiden Böckchen animiert, die Zitzen zu suchen. Zwischenzeitlich simste ich fleißig nach Milchersatzpulver und ob ich es hole oder doch nicht ![]()
Bis kurz nach Mitternacht konnte ich Anna durch anfängliches festhalten dann doch überzeugen, die Lämmer trinken zu lassen.
Heute morgen dann gegen halb vier bin ich wieder auf die Wiese. Die beiden Lämmer und deren doch unsanfte Behandlung durch ihre Mutter lies mir keine Ruhe. Anna vollführte ihren beliebten “Eiertanz” um zu vermeiden, das die Böckchen ans Euter gelangen konnte. Also wieder festgehalten, wieder lies sie nach anfänglichem Festhalten beide trinken.
Morgens halb acht, selbes Spiel. Anna lässt die beiden ohne meine Anwesenheit scheinbar nicht ans Euter. Der kleinere von beiden “Bitt” wiegt nur 2,2kg und hatte zudem nur 38° C. Der größere “Brad”, obwohl von Anna am unsanftesten behandelt, hatte dagegen 2,5kg und gute 39°C. Hatte der einmal die Zitze erreicht, lies sie auch nicht mehr los und zutzelte in vollen Zügen. Der kleine “Bitt” dagegen verlor die Zitze öfters, suchte an den falschesten Stellen. Annas mangelnde Kooperation macht ihm das Ganze auch nicht unbedingt einfacher.
Was haben wir nun alles schon versucht?
Aufsetzen: rabiat und mit Stress für Muttern verbunden und unbeliebt bei den Lämmern
Festhalten: stressig für die Mutter, okay für die Lämmer. Alle zwei Stunden die Mutter zum Zwangsstillen verdonnern ist allerdings auch nicht das Gelbe vom Ei
Hund vor die Ablammbox, um den Mutterinstinkt zu wecken: funktioniert nicht, Anna kennt Erin genau ![]()
Die Lämmer heute Vormittag mal für zwei Stunden mitgenommen: Anna topt in ihrer Box, ruft nach den Lämmern. Nur trinken dürfen sie danach trotzdem nicht ![]()
Zufüttern mit der Flasche: ausgerechnet der kleine “Bitt” verweigert die Flasche komplett.
Also prüfe ich weiterhin Temperatur, Elastizität der Haut und biete die Flasche an.
Wir werden sehen, was die Osterfeiertage bringen….



