Schaf Blog

vom Alltag eines Moorschnucken Schafhalters

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    Training(chen)

    Gestern auf der Weide steht alles im Schatten unter den Büschen und Bäumen. Nur “Frau Antje” liegt in der prallen Sonne und macht keine Anstalten sich zu bewegen, als ich komme.
    Also schickte ich Jane kurz auf die Flanke. Glücklicherweise stand die ganze Gruppen incl. “Frau Antje” augenblicklich zusammen. Jane hatte nur “vergessen” wie man eine korrekte Flanke läuft und so trieb sie sie mal eben über die Graben auf die andere Seite der Wiese.
    Kein Problem, dann darf sie die Schafe halt vorsichtig die 100m treiben und ich habe so die Möglichkeit endlich mal “Hausaufgaben” zu machen und mit Jane quertreiben zu üben.
    Am Ende des abgesteckten Teiles lasse ich die ganze Prozedur umdrehen und Jane nochmal die 100m laufen. Um die Schafe über den Graben zurück zu bekommen, darf Erin dann helfen. Mit “Schritt für Schritt” Kommandos arbeiten die Hunde die unwilligen Ladys über den Graben zurück.
    Das reicht dann auch fürs Erste als kleines Training(chen) :)

    Trainingsstatus

    Jane darf seit ein paar Tagen an der Böckchengruppe trainieren. Eigentlich hatte ich gehofft die jungen Hüpfer sind etwas mehr “Quecksilber”. Weit gefehlt. Die Jungs kleben mir zwar nicht auf den Füßen, aber unnötig bewegen wollen sie sich auch nicht. Hin und wieder überlegen sie sogar, ob sie nicht einfach stehen bleiben sollten. Jane hat das aber gut im Griff und kann sie überzeugen, doch weiterzumarschieren.

    Ihre Flanken unterlege ich nun doch langsam und hin und wieder mit Kommandos, obwohl das “sch sch” nach wie vor bleibt. Ist irgendwie noch etwas einfacher :)
    Gestern habe ich sie dann einfach mal ausbalancieren lassen. Bin also in Schleifen auf der Wiese rumgelaufen und habe mir die Böckchen immer schön zuhalten lassen. Das kann der kleine Pimpf wirklich wunderbar. Ohne Kommandos balanciert sie aus und behält ihren Abstand zu der Schafgruppe. Für meine zukünftigen Umtreibaktionen wird sie mir eine wertvolle Hilfe sein!
    Kurz vor Schluß habe ich sie noch ein wenig wegtreiben lassen, damit wir auch das nicht ganz aus den Augen verlieren. Etwas verunsichert war Klein-Jane dann doch, hat die Aufgabe aber schnell begriffen und war dann wie immer mit Feuereifer dabei. Ihre Leichtführigkeit und natürliche Veranlagung macht mir das Training sehr leicht, gerade deshalb werde ich nun doch wieder mal eine Trainingspause einlegen. Mit 13 Monaten kann sie bereits mehr als ich erhofft hatte und wir haben ja noch alle Zeit der Welt. :)

    von Weidewechseln und Trainingsfortschritten

    Heute habe ich die letzten Portionsweide auf der Koppel gesteckt. In zwei Wochen werde ich wohl oder übel, das erste mal zu Fuß umtreiben müssen. Einmal außen rum um den Ort, ein Stück durchs Dorf, kurz auf die Landstraße und dann noch unter einer Straßenüberführung durch. Wir werden mit zwei Hunden umtreiben, ganz früh am Sonntag morgen. So bleibt Zeit alle Eventualitäten einzuplanen und es ist vor allem eines: ruhig und Auto frei. So jedenfalls der Plan :) Dazu später mehr, wenn es soweit ist.

    Außer dem umstecken der Netze war heute wieder mal Grundlagentraining für die Kleine dran. Hin und wieder mußte ich sie heute ausbremsen. An zwei Stellen gleichzeitig, hinter den Schafen schiebend und vorne bei mir die Schafe aufhaltend, geht nämlich nicht und diese Flankiererei macht die Schafe ganz kirre. Sie hats aber schnell verstanden und wir konnten uns dann dem nachtreiben und flankieren nach “meinen Wünschen” widmen. :)
    Zum Schluß legte ich Erin in Position und lies Jane von der anderen Seite die Schafe vom Zaun wegdrücken. Mit Erin zusammen geht das irgendwie leichter und mit diesem positiven Abschluß war unsere kleine Trainingseinheit auch schon beendet.

    Die Hunde aus dem Netz lassen und den Brotbeutel holen. Ich klettere übers Netz zurück in die Koppel und wundere mich, das die Schafe nicht ankommen, sondern vor mir weglaufen! Da bemerke ich hinter mir, Klein-Jane. Das erste Mal ist sie übers Netz gehüpft und Feierabend machen will sie auch nicht. Die Schafe stehen mittlerweile im Eck des Netzes. Als Jane bemerkt, das ich sie entdeckt habe, flankiert sie sauber raus. Keine Ahnung, was mich geritten hat. Aber ich warte ab, was sie nun macht. Bisher war es für sie okay, wenn die Schafe im Eck stehen, kontrollierbar bleiben. Diesmal aber, will sie mir die Mädels unbedingt zutreiben. Also läuft sie am Netz entlang direkt auf die Schafe zu und die bewegen sich tatsächlich aus dem Eck raus auf mich zu! Das erste mal ganz ohne Hilfe von mir oder Erin, ohne Motivation von mir, ganz ohne mein Zutun oder Worte! Ich bin so stolz auf die kleine Fledermaus!
    In diesem Moment fielen mir die Worte einer Handlerin und Border Collie Züchterin ein: “einen talentierten Border Collie zu trainieren ist nur Freude…”! Genau das ist es! :D

    beschlossene Pause!

    Heute war wieder Auswärtstraining bei Markus Waldmann angesagt.
    Ich will diesmal sehen, ob ich Jane nun endlich einmal dazu bewegen kann zu flankieren, so wie ich mir das vorstelle!
    Weit gefehlt, ich stecke in einer Sackgasse. So wundervoll wie sie nachtreibt, so toll wie sie sich ablegen lässt. Flankieren will der kleine Pimpf nur zu ihren Bedingungen!
    Wenn sie sich mal schicken lässt, rast sie wie ein kleiner Derwisch um die Schafe, lässt sich allerdings am Balancepunkt sauber stoppen. Flankiert sie so, wie sie sich das vorstellt – nämlich immer an die Köpfe und möglichst die Schafe dabei in ein Eck manövrierent – hat sie saubere, weite Flanken und bewegt sich sehr versammelt.
    Markus und ich sind einer Meinung, “dat Püppi” brauch noch Zeit! Die soll sie nun haben, sie bekommt eine Pause verordnet.
    Ich werde überlegen, ob ich, bevor ich das Training wieder aufnehme, mal einen “Profi” einen Blick drauf werfen lasse.

    Nebenbei sind mir ein paar Schnappschüsse der Schwarzhalsziegen gelungen und ich konnte Pat von Markus ablichten.

    Trainingday

    Wasser mußte wieder aufgefüllt werden. Kanister schleppen ist dann angesagt, denn leider gibt es weder fließendes Wasser noch Strom auf der Weide. Abhilfe schaffen zur Zeit und das nur kurzfristig die Überflutungsgräben in der Nähe. Dort kann ich den Kanister schnell mal reinhängen, um unsere Tränke randvoll zu machen.
    Ansonsten war heute Junghundetraining angesagt. Wir beschränken uns auf treiben, treiben und manchmal etwas flankieren. Treiben kann Jane mittlerweile gut. Wir müssen das prompte lie down hin und wieder noch durchsetzen, aber das wird :D
    Flankieren ist so eine Sache, da fehlen ihr noch etwas die Nerven für die flitzigen Schafe. Das werden wir wohl beim nächsten Seminar ansprechen müssen.
    Solange gibts von heute Bilder:

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