Die Trainingseinheiten der Hunde gehen nach wie vor.
Zwei- bis dreimal pro Woche darf Klein-Jane an die Schafe. Kleine, flitzige Gruppen liegen ihr. Da blüht der kleine Pimpf auf. Also trainiere ich sie vorzugsweise an der ganzen Gruppe. Die sind etwas ruhiger und müssen mit mehr Druck bewegt werden. Dafür nehmen Sie Schnitzer beim flankieren nicht so übel. 
Mittlerweile stellen sich doch einige Unterschiede zu Erin heraus. Während Erin lieber aufhört zu arbeiten, als tot umzufallen, fällt Jane lieber tot um, als aufzuhören mit der Arbeit. Janes Paradedisziplin sind Gruppen von weniger als fünf Schafen. Ihre Reaktion und Feeling für diese hochkitzeligen Schafe ist unglaublich. An ihrem Selbstbewußtsein muß ich, im Gegensatz zu Erin, nichts trainieren. Meine Befürchtung, das dieser kleine Hund, meinen stehenden, stampfenden Schnucken nicht die Stirn bietet ist unbegründet. Schön als Gruppe und sich letztendlich doch in die gewünschte Richtung drehend, balanciert diese kleine Traumtänzerin die Schnucken über meine Wiese.

Erins Training habe ich umgestellt. Ich malträtiere sie nicht mehr mit Trialsequenzen. Dieser Hund sieht keinen Sinn in Aufgaben ohne Hintergrund und kommt mit der Vielzahl an Kommandos in kurzer Zeit nicht recht klar. Also darf sie das tun, was sie am Besten kann. Tägliche, kleine Arbeiten und Hilfshund sein.
Sie darf mir die Schafe zuhalten, wenn ich eines rausfangen muß. Sie ist unentbehrlich beim Umtreiben. Sie darf die Schafe vom Zaun oder aus den Ecken puhlen, sie treibt mir einzelne Tiere ins Ruheeck und sie darf ein Auge auf diejenigen haben, die sich als non Teamplayer outen, wenn Klein-Jane trainiert wird. Alles Arbeiten, die ohne viel Worte funktionieren und “Sinn” haben. Das macht ihr Freude, darin blüht dieser Hund auf und so werde ich es eben belassen.
Dieses Wochenende werde ich den Trupp erstmals mit ihr allein umtreiben. Nur für eine kurze Strecke, dafür fast nur die Straße entlang. Wir werden sehen, ob es funktioniert.
Montag war nochmal die Klauenpflege des “Problemtrupps” dran. Probleme haben die alle keine mehr. Die Klauen sehen wieder gut aus. Deshalb durften sie nach dem Bad und Abtrocknung im Unterstand auch wieder zum Rest der Herde.
Mittwoch dann war auch der Rest der Moorschnucken mit Klauenpflege dran. Außerdem wollte ich bei jedem einzelnen Schaf die Impfstelle begutachten. Einige haben ja nun doch Erhebungen an dieser Stelle. Die meisten haben die Bluevac8 Impfung jedoch Nebenwirkungsfrei überstanden.
Freitag dann war meine “Umtriebshilfe” da um dem Haupthund am Sonntag schon einmal seine Arbeit vorzustellen. Außerdem sind wir die Strecke abgefahren um nochmal genau abzuschätzen wie wir am günstigsten laufen und wo Ruhe- und evtl. Ausweichstellen sind und wo “Schwachstellen” sein könnten, die erhöhte Arbeit von uns und den Hunden erfordern.
Gestern dann war wieder mal Junghundetraining angesagt. Ich hatte etwas Konzentrationsprobleme und so trainierte ich Jane hauptsächlich am Netz. Gegen Ende holte ich einfach mal fünf nettere Schafe raus und sie handelte auch diese ganz gut.
Heute konnte ich dann endlich das Klauenbad wieder abbauen und alles verstauen. Die nächsten Klauenbäder wird es wohl hoffentlich prophylaktisch erst wieder im Herbst geben.
Die meisten Lämmer habe ich bis jetzt nicht gekennzeichnet. Für die Kühltruhe ist das auch nicht erforderlich. Nun soll das ein oder andere Böckchen doch einen neuen Wirkungskreis bekommen und ich mußte die kleinen Kerle ihren Müttern zuordnen. Das ist einfacher gesagt als getan. Letztendlich habe ich die Lämmer markiert und aus dem Pferch gelassen. Das Schaf welches am lautesten antwortete, war die Mutter. Nach solch kurzer Trennung waren die meisten der Lämmer so nett und bewiesen dies auch, indem sie prompt saugten. Das sieht durchaus lustig aus, haben doch einige der Böcke ihre Mütter bereits an Körperhöhe übertroffen!
Erin mußte ich danach nicht mehr trainieren. Sie hat heute gute Arbeit geleistet beim weg- bzw. zuhalten einzelner Schafe bzw. hat mir sämtliche Ausbruchversuche aus dem nur provisorisch verstellten Unterstand vereidelt.
Für Jane habe ich wieder fünf nette Schafe ausgesucht, die sie wieder hervorragend handelte. Leider haben die aussortierten Schafe einen extremen Zug zum Rest der Herde. Jane weiß diese Zugrichtugen der Schafe sehr gut einzuschätzen und covert diese hervorragend. Der kleine Pimpf zeigte heute Verhaltensweisen, die ich mit Erin lange und intensiv trainieren mußte und immer wieder trainieren muß. Atemberaubende Querflanken durfte ich heute sehen und sie weiß irgendwie viel früher als ich wann man loslaufen muß um die Schafe in Bewegung zu halten und wann es besser ist den Druck wegzunehmen und sich hinzulegen.
Gegen Ende des Trainings bremste sie den Trupp, der sich dann doch einmal versuchte Richtung Herde abzusetzen gekonnt aus und nahm mein “get up” ohne zu zögern. Sie drehte die Schafe und schob sie mir sanft wieder vor die Füße. Damit beendete ich die Trainingseinheit auch, hatte dieser kleine Hund mir in diesem Moment doch bewiesen, das in ihr mehr Wille steckt als ich ihr zugetraut hatte. 
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14.07.2008, 02:40 | Abgelegt unter: tägliches | RSS 2.0 | TB | Tags: Bluevac8, Erin, Impfstelle, Jane, Junghundetraining, Klauenbad, Moorschnucken, Training, Zinkbad | Keine Kommentare
Abwechslung tut gut. Kitzelige Schafe sind auf Dauer nichts für das Selbstbewußtsein eines Junghundes. Wir fahren zu Markus Waldmann zum Training an überaus netten Fuchsschafen.
Intensive Trainings haben den Nachteil, das es davon keine Fotos des eigenen Hundes gibt. Denn beides zusammen schließt sich (leider) aus. Dafür konnten wir Glen von Markus ablichten. 
Mit dem Nachtreiben von Jane bin ich nach wie vor zufrieden. Auf die “Umlaufbahn” bekomme ich die Kleine noch nicht recht. Aber ich bin sicher der kleine “Pimpf” findet von ganz alleine die großen Flanken ihres Vaters. 