Die letzten Wochen waren offline. Das hat man davon, wenn der Router nach Jahren den Geist aufgibt und keiner mehr die Zugangsdaten weiß. Zwischenzeitlich ist eh nicht viel passiert. Victor ist weiterhin schwer am flirten mit seinen Damen. Zu mehr lässt er sich aber in meiner Anwesenheit nicht hinreisen. Ich bin dennoch geduldig und guter Hoffnung, das er seinen Job macht.
Jane wird jetzt am flitzigen Trainingstrupp trainiert. Die Böckchengruppe darf z.Z. noch eine Industriebrache mit diversen Wildgräsern abweiden und hat Schonung bis zum Schlachttermin. Lammfleisch mit Stresshormonen mag ich nicht. Am Trainingstrupp lernt Jane nun Abstand, Abstand, Abstand und Ruhe bewahren. Moorschnucken lieben keine kleinen, flitzigen Hunde 
Sie macht das allerdings sehr gut. Ihre bessere Seite ist eindeutig die Linke. Das scheint sie auch zu wissen und deshalb läuft sie die auch lieber. Dort hat sie perfektes Pacing. Rechts schnippelt sie am Ende immer rein und scheint das auch nicht verbessern zu wollen.
Obendrein lernt sie nun verstärkt, das Anwesenheit von Schafen auch durchaus mal Arbeitslosigkeit des Hundes bedeuten kann. Wenn Eckhard gefüttert wird dürfen beide Hunde mit aber mehr als gucken und kurz anschieben ist nicht erlaubt. Heute dann, beim Klauenschneiden durften sie die ganze Zeit nur durch die Pferchgatter linsen. Jane wurde dabei auch noch vom frechen Eckhard belästigt.
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linsen durch das Pferchgitter
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das Sonderstatus-Lamm
Eckhard ist jetzt 9 Wochen und hat Sonderstatus. Irgendwie ist der kein richtiges Schaf. Das denken scheinbar nicht nur die Hunde, die ihn komplett ignorieren, sondern auch Eckhard ist dieser Meinung. Eckhard hat nämlich keinerlei Respekt vor den Hunden. Das sieht dann so aus, das zwei Hunde auf die Weide kommen. Die Schafe sammeln sich bereits. Eckhard määääääht dabei schon fleißig, schließlich habe ich ja bestimmt die Flasche dabei. Rufe ich ihn dann, stürmt er augenblicklich aus der Schafgruppe raus. Direkt auf den Hund zu, nimmt einen kurzen, eleganten Bogen um den gerade schiebenden Hund und rennt auf mich zu.
Gehe ich Richtung Weideausgang folgen mir nicht nur zwei Hunde, sondern Eckhard ebenfalls. Keiner, weder Eckhard noch die Hunde, scheinen daran auch nur etwas seltsames zu finden. Am Zaun schaut er noch kurz hinter uns her und rennt dann doch schnell zu den anderen Schafen.
Davon abgesehen wächst und gedeit er. Seinen zwischenzeitlich aufgetretenen Durchfall haben wir wieder im Griff. Klein-Eckhard verträgt nämlich weniger Milch als er schlucken kann. Nun haben wir die Menge auf das Volumen seines kleinen Bauches angepasst. 
Heute ist wieder Klauenbad angesagt, aber erstmal müssen die Netze umgesteckt, die stehengebliebenen Diesteln gemäht und Klein-Jane eine kleine Übungseinheit beschert werden.
Also Hunde im Schlepptau geht es morgens auf die Weide. Von weitem sehe ich, das sich ein Schaf von der Gruppe abgesondert hat und was guckt da neben ihr aus dem Gras? Ein Lamm! Klein, frisch geboren und Müde von der Geburt aber schon trocken 

Trinity heißt sie nun und wird hoffentlich ein großes, kräftiges Muttertier, welches nur die besten Eigenschaften ihrer Eltern geerbt hat.
Die Mama ist phantastisch, so wie alle meine Muttern und die Kleine hüpft gegen abend bereits munter neben ihrer Mama herum. 
Vorgestern war noch “alles-in-Ordnung-vor-sich-hin-plätschernder” Schafhalter-Alltag, gestern holt es dann nach.
Zwei der Damen hinken (mal wieder). Ein Lamm hat sich unterm Augenlid aufgerissen und will verarztet werden.
Zum Glück ist die Tochter hilfsbereit und wir fahren gestern gegen abend los und bauen den Pferch auf. Schafe rein - warum hab ich mir nur so kitzelige, lämmerverteidigende Muttern geholt? - und erstmal das Lamm versorgt. Zum Glück sieht die Verletzung schlimmer aus, als sie ist. Mit Aluspray wird das ganze in ein paar Tagen nicht mehr zu sehen sein.
Eine der Muttern die hinkt, ist eine von meinen “Dauerkandidaten”. Hinken, ausschneiden, ein paar Wochen alles in Ordnung, wieder hinken….usw. usf. Ich kämpfe hier wahrscheinlich gegen die Nachwirkungen von Blauzunge. Die Klauen schuhen aus, sind unförmig und beim ausschneiden, kann ich die im Schaf-Forum mehrmals beschriebenen Anzeichen erkennen.
Wie die Moorschnucken die Wiese in Angriff nehmen, erfreut heute morgen dafür wieder mal mein Auge. Ich hatte bereits befürchtet, das sie sich vorzugsweise über die jungen Obstbäume hermachen und die Disteln z.B. großräumig umfressen. Weit gefehlt. Der Baumschutz funktioniert gut. Die seitlichen Ableger haben dagegen keine Chance und die Schafe ersparen mir so die Baumpflege. Den Disteln geht es ebenfalls (erstaunlicherweise) an den Kragen! Vorzugsweise die oberen jungen Triebe werden abgefressen. Ich hoffe, das wir so bereits im nächsten Jahr mit einem starken Rückgang dieser Pflanzen rechnen können, ohne das ich groß Hand anlegen muß.
Nachdem ich die übliche Bestechung, eine Tüte Brot, verfüttert habe, mache ich mich auf den Weg: Lauf durch die Weinberge.
admin,
22.05.2008, 12:41 | Abgelegt unter: Schafe, tägliches | RSS 2.0 | TB | Tags: Blauzunge, Disteln, hinken, Klauen, Lamm, Moorschnucken, Obstbäume, Verletzung | 1 Kommentar
Meistens, wenn ich Lamm oder Zicklein (erhältlich übrigens bei Markus Waldmann) zubereite, dann mit der Niedergarmethode. Ich bin ein großer Fan von rosigem, saftigem, butterzartem Fleisch. Mit dieser Zubereitung bleibt mir außerdem immer genügend Zeit für das ganze Drumherum.
Als Richtwert nehme ich eine Ofentemperatur von 80° C und eine Kerntemperatur des Fleisches von 65° C. Die Zubereitungszeit beträgt, je nach Fleischgröße, zwischen drei und vier Stunden.