Schaf Blog

vom Alltag eines Moorschnucken Schafhalters

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    erster Umtrieb

    Unser erster Umtrieb zu Fuß war routiniert und irgendwie “unspektakulär”. Gestern noch habe ich die Moorschnucken “probeweiße” aus der Koppel geholt um mit ihnen zu einer umgestürzten Weide in der Nähe zu laufen. Die Schafe fressen die Blätter sehr gerne. Das ganze verlief ruhig und gesittet ab und ich machte mir daher für heute morgen weniger Sorgen.

    In aller Herrgottsfrühe kurz nach 5 Uhr stand Anika und die kleine Pepper dann pünktlich vor der Tür und los ging es. Anfangs kam den Mädels der kleine rote Hund etwas verdächtig vor, aber Pepper meisterte das ganz toll. Wenn die Anika nur nicht ständig “lie down”, “lie down” rufen würde! :D

    Pepper und Erin ergänzten sich wunderbar, obwohl sie noch nie zuvor zusammen gearbeitet hatten. Die beiden hatten die Situation wirklich immer im Griff. Erin machte ihren Job als “Bremse” vorn sehr gut. Hin und wieder bewies sie den Schnucken durch bloßes Stehenbleiben aber “das die nicht denken sollen, sie laufe etwa weg”. :)

    Zwar ist um diese frühe Zeit kaum jemand unterwegs, trotzdem stiesen wir auf einen netten Radfahrer, der viel Zeit hatte und auf der kurzen Strecke, die wir auf der Straße zurücklegten ruhig und langsam hinter uns her fuhr. Die beiden Autofahrer die uns begegneten waren zwar um einiges schneller unterwegs, aber Pepper hatte die Moorschnucken rechtzeitig auf dem Grünstreifen “geparkt”.

    Mein letztes “Bauchwehobjekt” die Straßenunterführung passierten die Moorschnucken mit flinken Klauen um sich dann sogleich dem frischen Aufwuchs der Heuwiesen zu widmen. Dieser Teil der Strecke war bei weitem der schönste. Aufsteigender Nebel, erste warme Sonnenstrahlen, Rehe und Störche begleiteten uns auf den letzten Metern bis zur neuen Weide.

    Vielen Dank an Anika und ihre kleine Pepper! :)

    wird das zur Gewohnheit?

    Wieder mal gehts direkt vom Büro zu den Schafen. Die Schuhe sind absolut nicht weidetauglich, doch, zu spät. Jetzt ziehe ich das durch.
    Wahrscheinlich die Lämmer haben den Wasserbottich umgekippt und so wie es aussieht haben sich die Böcklein dran ausgetobt. Ich klemme den Wassertrog also diesmal etwas fest. Mal sehen, wieviel Wasser morgen noch drin ist. Entweder er steht wieder auf dem Kopf oder er steht immer noch dort und ist übervoll, denn diese Nacht soll es hier ordentlich gewittern.
    Ich sammle das Netz ein, welches den abgeweideten Bereich der Koppel von dem Teil trennt, der (schon wieder) frischen Aufwuchs hat. Sollen sich die Ladys die Pansen ordentlich vollstopfen. Am Wochenende wird umgezogen und auf der neuen Fläche ist das Grün nicht ganz so fett wie hier.
    Die Kleine bekommt noch eine kurze Übungseinheit.
    Der Zaunprüfer kommt abschließend zum Einsatz. Das Gerät bringt immer noch gute (und beruhigende) 5000 V.

    Fortschritte !?

    Dienstag ist Agility-Training. Eigentlich. Diesmal fällt es aus und ich stehe vor verschlossenen Toren mit zwei Hunden im Auto. Da ich noch ein Netz auf der Ladefläche habe und es angenehm kühler wird, fahre ich nochmal zu den Mädels um gleich nochmal Wasser aufzufüllen.

    Erin hat wieder alle Hände voll zu tun um den lämmerlosen Trupp von den immer noch wehrhaften Müttern zu trennen und mir in den aufgestellten Roundpen zu stellen. Einige Minuten trainiere ich “Grundlagenauffrischung” und “bei Belanglosigkeiten immer noch zuhören müssen”. Danach darf - nein, eigentlich muß - sie zugucken. Ich hole Klein-Jane. Die findet dieses “um-das-Netz”-Gehopse ziemlich schnell ziemlich langweilig und -zack- ist sie auch schon drinnen im Netz ! :)
    Dort fühlt sie sich allerdings nicht wohl. Kleiner Hund mit großen Schafen und dann noch zwischen Schafe und Netz ? Neee, lieber nicht.
    Also hole ich den Trupp raus und wir nutzen den Roundpen diesmal anders. Schafe außen um das rundgesteckte Netz treiben. Normalerweiße hat Jane die Tendenz seitlich zu treiben, da ihre größte Angst ist, die Schafe könnten mich überholen (was sie ja auch manchmal tun). Sie will dann immer schnell zur Stelle sein. Nur leider steht sie sich damit manchmal selbst im Wege.
    Dem schafft der Roundpen nun abhilfe. Denn wenn man innen läuft, kommt Hund nicht mehr raus aus dem Netz ! Dumm ist der Pimpf ja nicht und deshalb hatte sie das nach der ersten Runde bereits begriffen. Sauberes nachtreiben und vor allem tolles ausbalancieren der kitzeligen Truppe waren diesmal das Ergebnis!
    Etwaige Ausbruchsversuche wurden ebenfalls von ihr augenblicklich im Keime erstickt und sie zeigte zum ersten Male richtig die großen Flanken ihrer Eltern!
    Hundchen loben, einpacken und pfiffelnd nach Hause fahren war angesagt :D

    erst die Arbeit, dann das Training

    Nach der Arbeit kommt das Training. Erin sortiert mit mir den “netten Trupp” aus der Gruppe der Muttern mit den Lämmern aus und wir gehen mit ihnen auf den bereits abgeweideten Bereich.
    Ich hole Jane aus dem Auto und wir trainieren treiben der Schafe (mit mir im Rücken) und Schafe nachtreiben.

    Wie so oft, bin ich von den Reaktionen der kleinen Maus auf die Schafe begeistert. Dieser kleine Hund versteht es ruhig und konzentriert zu arbeiten und diese Art hat etwas “beruhigendes” für meine Schafe.

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