Über Weihnachten und Neujahr hatte ich endlich etwas mehr Zeit und Muse für das Training der Hunde. So verbrachte ich viele Stunden bei den Schafen. Die Winterzeit ist mit solchen Arbeiten wie frisches Wasser bringen, Eis aufhacken, Kraftfuttergaben, Heuraufen und Einstreu füllen ausgefüllt. Dadurch hatte ich aber auch für jeden Hund die benötigte Zeit, Ausgeglichenheit und Ruhe zum Training.
Der Trainingstrupp ist mittlerweile etwas zäh geworden. Immer wieder nachtreiben lassen auch die Schafe wissen, was zu tun ist.
Ich beschloss nun intensiver das Quer- und Wegtreiben mit Jane in Angriff zu nehmen. Beim Weihnachtstraining bei Markus Waldmann zeigte Jane außerdem, das sie nun wohl verstanden hat, wie ein Mini-Outrun aussehen sollte 
Die Distanzen des Outruns strecke ich jetzt von Training zu Training. Allzu häufig kann und will ich diese nicht trainieren. Zu schnell wissen die Schafe wohin sie laufen müssen.
Beim wegtreiben konnte ich heute wieder deutliche Fortschritte feststellen. Weitere Tips werde ich mir nun dazu auf dem nächsten Seminar holen müssen.
Dafür hat Jane heute die 50m Marke beim Outrun geknackt! Wie hab ich mich gefreut. Beide Seiten sauber ausgelaufen, ohne Schnippeleien im letzten Drittel und mit einem sauberen Stop am richtigen Punkt!
Und Erin? Die durfte heute wieder einmal shetten. Noch müssen wir an ihrer Geschwindigkeit beim reinkommen arbeiten. Sie ist noch zu unsicher was das soll, diese Trennerei der Schafe. Außerdem habe ich sie wieder etwas häufiger einen gedachten Parcour ablaufen und einpferchen lassen.
Eine unersetzliche Hilfe ist sie mir z.Z. immer mal wieder als “Hilfshund” bei Janes Training.
Danach erfreue ich mich beim Spaziergang an der Lebhaftigkeit und Verspieltheit meiner zwei Weiber. 
Für Jane hatte ich vom Seminar einige Hausaufgaben mit heim genommen.
Die letzten Tage gingen meine Gedanken oft darum, warum Jane auf dem Seminar so garnicht wollte. Kämpfen wir gegeneinander, anstatt zusammen zu arbeiten? Ist sie ein Trotzkopf? Hat sie zuviel Freiheiten? Kämpfen wir an den Schafen einen Kampf, der dort nicht hingehört?
Ich überdachte unser Verhältnis zu Hause, außerhalb des Schaftrainings, während der Freizeit.
Montag dann beim Trainingstrupp hatte ich wieder dieselbe Problematik, wie beim Seminar. Jane mochte nicht laufen.
Bisher hatte ich den Fehler begangen und war immer in Bewegung geblieben, oft dem Hund beim flankieren “hinterher gelaufen”. Die Schafe waren dadurch ebenfalls immer in Bewegung. Nun blieb ich stehen, die Schafe kamen zum Stillstand, wenn das Flankenkommando erfolgte. Lag es daran? Achtete Jane so extrem auf meine Körpersprache?
Da mir die Schafe sowieso auf den Füßen standen, holte ich Erin zu Hilfe. Sie lief mit mir vor den Schafen her. Sie kennt das vom umtreiben. Das sorgte nun dafür, das die Schafe einen Abstand von gut 5m zu mir hielten. Bei Jane schien das eine Art “Blockade” zu lösen. Endlich sah ich wieder ihre natürlich weiten Flanken. Endlich kein liegenbleiben, trotz Kommando. Endlich lief der Hund auf den ersten Ton von mir los!
Wir haben heute, am Donnerstag, das Ganze nochmal so gehübt. Erin war zur Absicherung mit auf der Koppel. Mußte aber selten mit mir laufen. Jane hat nun verstanden, das ich stehenbleibe und die Schafe ebenfalls, wenn das Flankierkommando folgt. Ihre rechte Seite ist immer noch nur Viertelflanken groß. Dafür schafften wir es heute erstmal einen Fast-Klitzekleinen-Outrun zu laufen. Nur fünf Meter von mir weg, schickte ich sie - natürlich links, ihre Lieblingsseite - hinter die stehenden Schafe. Sie lief auf das erste Kommando los und lies sich perfekt stoppen.
Ich hab die Übung nach einem kurzen Nachtreiben dann beendet, denn zu toppen war das nicht mehr heute. 
| 13. Dezember 2008 | bis | 14. Dezember 2008 |
Am 13. und 14. Dezember fand in Grebenau ein Seminar mit Anita Hermes statt. Lange hatte ich überlegt, ob ich nur Jane mitnehme. Letztendlich packte ich dann kurzfristig Erin auch mit ein. Es ist nie zu spät etwas dazu zu lernen.
Der Samstag Morgen fing gleich chaotisch an. Ich hatte prompt verschlafen. Schnell die Hunde ins Auto, den Kaffee in die Thermoskanne und los ging es. Zum Glück konnte ich die verlorene Zeit “rausfahren” und kam pünktlich auf der Wiese an.
In Grebenau selbst war es um einiges kälter als bei uns. Zum Aufwärmen hatten wir aber einen gut beheizten Wohnwagen und meine Aigle Iso Parcour konnten sich bei ihrem ersten Härtetest bewähren.
Nun aber zum Training:
Erin hatte ich vor längerer Zeit auf Anitas Trainingsmethode umgestellt. Mit Jane hatte ich gleich so begonnen, das der Hund von mir wegflankiert und nicht über mich “rausgedrückt” wird.
Ich wollte Janes Ausbildungsstand überprüfen lassen und gemachte Fehler korrigieren. Außerdem hatten wir in den letzten zwei Monaten ja hauptsächlich daran gearbeitet, Jane ihre Freude an der Arbeit zu lassen. Nun sollte endlich etwas mehr Struktur rein kommen.
Leider machte mir Jane da einen Strich durch die Rechnung. Sie war kaum bereit mitzuarbeiten, blieb einfach liegen. Wurde ich etwas fordernder kam sie zu mir angeschlichen. Mit Flitzeskudden hatte sie dagegen ihren Spaß. Leider waren die für mich nicht handelbar. Dazu bin ich zu langsam und gedanklich nicht flexibel genug.
Zum Glück fanden wir dann sonntags noch eine Gruppe, die Jane zusagte. Anita hielt sich dann auch gut im Hintergrund und rief mir von weitem Anweisungen zu. So konnten wir dann doch noch eine Übungseinheit kontrolliert und mit Struktur absolvieren.
Bei Erin dagegen ging es um Feinschliff in den Bewegungen und um die Problematik, das sie bei kniffeligen Situationen, wie am Pferch, nicht punktgenau zu stoppen ist. Das liegt u.a. an ihrer natürlichen Art sich abzulegen und ihre Pfoten zu sortieren. Sie gewinnt dabei immer an Boden. Für die Schnucken zuhause absolut ungünstig. Für die Pfercharbeit habe ich eine etwas ungewöhnliche Idee mit nach Hause genommen, die wir probieren werden.
Beim Feinschliff, Kommandos für Kleinstflanken mit kurzem Stopp und weitertreiben, konnte mich Erin wieder einmal verplüffen. Sie hat diese Umstellung bzw. neue Aufgabe sofort angenommen und umgesetzt und fand es Klasse! Auch einen Outrun, nahe an ihrer Sicherheitsgrenze lies ich sie laufen. Klasse hat sie das gemacht!
Mit vielen neuen Idee im Kopf fuhr ich Sonntag heim. Anita gibt mir immer sehr viele Gedankenanstösse, hat oft unkonventionelle Lösungsansätze und -vorschläge, die mich immer wieder voran bringen beim Training.

beim click auf das Bild öffnet sich das Picasa Webalbum vom Seminar
simsa,
18.12.2008, 16:18 | Abgelegt unter: Termine, außer der Reihe | RSS 2.0 | TB | Tags: Anita Hermes, Erin, Flanken, Geschwister, Grebenau, Jane, outrun, Seminar, Training | 1 Kommentar
Ganz zu anfangs sagte ich über diesen kleinen Hund einmal, sie würde lieber tot umfallen als aufhören zu arbeiten. Wie Recht ich doch damit hatte, denn Klein-Jane ist kaum zu bremsen!
Aber von vorn. Die ganze Zeit sind wir sozusagen in Schleifen und Achten über die Wiese gelaufen. Janes Hang zum Druckpunkt ist ausgeprägt und so glich sie meine Abweichungen vorhersagbar wie ein Uhrwerk aus. Ihre Flanken unterlegte ich einfach nur mit den Kommandos.
Nun gehen wir gerade einen Schritt weiter. Liegen bleiben bis das Kommando kommt, um wieder schnell zum Druckpunkt zu flitzen
Jane hat das eigentlich schon ganz gut begriffen. Nur ab und an muß ich sie bremsen. Das ganze Training macht der kleinen Flitzpiepe nun soviel Spaß (schließlich bekommt man ja nicht mehr geschimpft
), das das “that´ll do” (also: das wars, wir hören jetzt auf, Feierabend) irgendwie für Jane nicht das gleich bedeutet, wie ich es meine.
Die kleine Maus kommt zwar brav, da ich das Kommando ja auch nutze um sie zu rufen und wieder loszuschicken. Merkt sie aber, das wir nun tatsächlich aufhören wollen, macht sie auf dem Absatz kehrt und bringt “grad nochmal schnell” die Schafe. Dabei geht der Eifer so mit ihr durch, das sie ihre Flanken auf einmal bis zum Schluß läuft oder die Schafe “mal eben” aus einem Eck holt, obwohl sie zwischen den Schafen und dem Zaun kaum durchpasst. Schimpfen kann ich nicht, weil ihre Aktionen jedesmal grandios sind. Loben ist kontraproduktiv aber ich kann es mir nicht verkneifen.
Also bekommt die kleine Kackpratze ein “bist ein guuutes Mädchen” und ich trage sie wieder einmal von der Wiese
Erin durfte heute wieder einmal shetten und ich hab festgestellt, das haben wir schon lange nicht mehr gemacht. Uns fehlt die Übung. Nun wissen wir was zu trainieren ist. Den Outrun über meine kleine, ihr wohlbekannte, Wiese läuft sie zielsicher und perfekt. Beim Turn war sie dann übereifrig, dafür war der Rest bis zum einpferchen, wie an der Schnur gezogen. Wenn ich diese Übungen nicht übertreibe ist dieser Hund mit Begeisterung dabei. Ihre “Vorlaufzeit” für mein “lie down” Kommando weiß ich nun zu nehmen. Vorausplanung ist das Zauberwort. Einen punktgenau sich legenden Hund werde ich mit ihr wohl nie bekommen.
Das sie ihr Handwerk allerdings versteht hat sie mir nun wieder am Dienstag gezeigt, als sie einem Rhönbock “erklärte” das man bei Junghunden zwar mal gucken und testen kann, aber bei Erin wird gelaufen. 
Die letzten Wochen waren offline. Das hat man davon, wenn der Router nach Jahren den Geist aufgibt und keiner mehr die Zugangsdaten weiß. Zwischenzeitlich ist eh nicht viel passiert. Victor ist weiterhin schwer am flirten mit seinen Damen. Zu mehr lässt er sich aber in meiner Anwesenheit nicht hinreisen. Ich bin dennoch geduldig und guter Hoffnung, das er seinen Job macht.
Jane wird jetzt am flitzigen Trainingstrupp trainiert. Die Böckchengruppe darf z.Z. noch eine Industriebrache mit diversen Wildgräsern abweiden und hat Schonung bis zum Schlachttermin. Lammfleisch mit Stresshormonen mag ich nicht. Am Trainingstrupp lernt Jane nun Abstand, Abstand, Abstand und Ruhe bewahren. Moorschnucken lieben keine kleinen, flitzigen Hunde 
Sie macht das allerdings sehr gut. Ihre bessere Seite ist eindeutig die Linke. Das scheint sie auch zu wissen und deshalb läuft sie die auch lieber. Dort hat sie perfektes Pacing. Rechts schnippelt sie am Ende immer rein und scheint das auch nicht verbessern zu wollen.
Obendrein lernt sie nun verstärkt, das Anwesenheit von Schafen auch durchaus mal Arbeitslosigkeit des Hundes bedeuten kann. Wenn Eckhard gefüttert wird dürfen beide Hunde mit aber mehr als gucken und kurz anschieben ist nicht erlaubt. Heute dann, beim Klauenschneiden durften sie die ganze Zeit nur durch die Pferchgatter linsen. Jane wurde dabei auch noch vom frechen Eckhard belästigt.
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linsen durch das Pferchgitter
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das Sonderstatus-Lamm
Eckhard ist jetzt 9 Wochen und hat Sonderstatus. Irgendwie ist der kein richtiges Schaf. Das denken scheinbar nicht nur die Hunde, die ihn komplett ignorieren, sondern auch Eckhard ist dieser Meinung. Eckhard hat nämlich keinerlei Respekt vor den Hunden. Das sieht dann so aus, das zwei Hunde auf die Weide kommen. Die Schafe sammeln sich bereits. Eckhard määääääht dabei schon fleißig, schließlich habe ich ja bestimmt die Flasche dabei. Rufe ich ihn dann, stürmt er augenblicklich aus der Schafgruppe raus. Direkt auf den Hund zu, nimmt einen kurzen, eleganten Bogen um den gerade schiebenden Hund und rennt auf mich zu.
Gehe ich Richtung Weideausgang folgen mir nicht nur zwei Hunde, sondern Eckhard ebenfalls. Keiner, weder Eckhard noch die Hunde, scheinen daran auch nur etwas seltsames zu finden. Am Zaun schaut er noch kurz hinter uns her und rennt dann doch schnell zu den anderen Schafen.
Davon abgesehen wächst und gedeit er. Seinen zwischenzeitlich aufgetretenen Durchfall haben wir wieder im Griff. Klein-Eckhard verträgt nämlich weniger Milch als er schlucken kann. Nun haben wir die Menge auf das Volumen seines kleinen Bauches angepasst. 