Nicht nur, das der Pick up jetzt unter “Totalschaden” läuft, nein, die Schafe standen auf einer leergefressenen Wiese und hungerten.
Wenn dann noch die Autos mit Anhängerkupplung im Verwandten- und Bekanntenkreis so häufig vorkommen, wie ein Lottomillionär, ist die Sache prikär.
Deshalb haben wir heute kurzfristig improvisiert und die Schäfgens in einen geliehenen Sprinter gepackt. Nun ist der versammelte Trupp wieder auf der Winterweide. Heu von den eigenen Flächen wird es nun also nicht geben.
Dafür haben die Mädels in den nächsten Wochen keinen Umzugsstreß und einen sehr guten, jungen Aufwuchs. Den nächsten Weidewechsel werden wir zur Not zu Fuß bewältigen müssen.
Ich hoffe, Erin ist bis dahin wieder bei klarem Verstand. Zur Schwierigkeit Schafe in einen Sprinter zu bekommen - mit “hopp” funktioniert es leider nicht - kam, das Erin momentan an ihrer Läufigkeit zu “knappern” hat. Irgendwie ist ihr Verstand dann mit anderen Dingen beschäftigt, als zuzuhören und mitzudenken. Ihr Nervenkostüm bröckelte bei der zweiten Gruppe entgültig und sie begann zu zwicken. Das brauchte ich dann gerade noch bei den eh kitzeligen Schafen!
Jane dagegen hat heute mal wieder gezeigt, wieviel Arbeitswille in diesem kleinen Hund steckt. Wohlverpackt wartend im Auto, so vermutete ich sie. Bis ein schwarz-weißer Blitz neben mir rumhopste und den Schafen einen gehörigen Schrecken einjagte. Sie war aus der Skisack-Öffnung des Rücksitzes (ein 20×20 cm großes “Loch”!) gekrappelt um mir beim Zaun stellen bzw. “Schafe in Schach” halten zu helfen
Da mein Mann mit Erin losgefahren war, um mal den zweiten Trupp alleine zu holen, mußte ich dann auf den “Pimpf” zurückgreifen. Die Schafe machten sich wieder mal in Richtung Koppelausgang davon. Ohne Hund ist dann selbst rennen angesagt. Beim Treiben verkrümeln sich einzelne Tiere auch gerne mal in irgendeine Richtung. Also Klein-Jane auf die Füße gesetzt und “get up”. Sie hat den Trupp superschön auf der Nase gehabt, das “lie down” Kommando prompt angenommen und ruck-zuck waren die Moorschnucken als versammeltes Grüppchen in dem mit Netzen zu steckenden Bereich.
Kurz vor Schluß donnerte sie mir die Schafe dann noch mal vor die Füße, lies sich aber schön abrufen und ablegen. Brave kleine Püppi. Sie wird trotzdem noch etwas Zeit bekommen 
Dienstag ist Agility-Training. Eigentlich. Diesmal fällt es aus und ich stehe vor verschlossenen Toren mit zwei Hunden im Auto. Da ich noch ein Netz auf der Ladefläche habe und es angenehm kühler wird, fahre ich nochmal zu den Mädels um gleich nochmal Wasser aufzufüllen.
Erin hat wieder alle Hände voll zu tun um den lämmerlosen Trupp von den immer noch wehrhaften Müttern zu trennen und mir in den aufgestellten Roundpen zu stellen. Einige Minuten trainiere ich “Grundlagenauffrischung” und “bei Belanglosigkeiten immer noch zuhören müssen”. Danach darf - nein, eigentlich muß - sie zugucken. Ich hole Klein-Jane. Die findet dieses “um-das-Netz”-Gehopse ziemlich schnell ziemlich langweilig und -zack- ist sie auch schon drinnen im Netz ! 
Dort fühlt sie sich allerdings nicht wohl. Kleiner Hund mit großen Schafen und dann noch zwischen Schafe und Netz ? Neee, lieber nicht.
Also hole ich den Trupp raus und wir nutzen den Roundpen diesmal anders. Schafe außen um das rundgesteckte Netz treiben. Normalerweiße hat Jane die Tendenz seitlich zu treiben, da ihre größte Angst ist, die Schafe könnten mich überholen (was sie ja auch manchmal tun). Sie will dann immer schnell zur Stelle sein. Nur leider steht sie sich damit manchmal selbst im Wege.
Dem schafft der Roundpen nun abhilfe. Denn wenn man innen läuft, kommt Hund nicht mehr raus aus dem Netz ! Dumm ist der Pimpf ja nicht und deshalb hatte sie das nach der ersten Runde bereits begriffen. Sauberes nachtreiben und vor allem tolles ausbalancieren der kitzeligen Truppe waren diesmal das Ergebnis!
Etwaige Ausbruchsversuche wurden ebenfalls von ihr augenblicklich im Keime erstickt und sie zeigte zum ersten Male richtig die großen Flanken ihrer Eltern!
Hundchen loben, einpacken und pfiffelnd nach Hause fahren war angesagt 
Abwechslung tut gut. Kitzelige Schafe sind auf Dauer nichts für das Selbstbewußtsein eines Junghundes. Wir fahren zu Markus Waldmann zum Training an überaus netten Fuchsschafen.
Intensive Trainings haben den Nachteil, das es davon keine Fotos des eigenen Hundes gibt. Denn beides zusammen schließt sich (leider) aus. Dafür konnten wir Glen von Markus ablichten. 
Mit dem Nachtreiben von Jane bin ich nach wie vor zufrieden. Auf die “Umlaufbahn” bekomme ich die Kleine noch nicht recht. Aber ich bin sicher der kleine “Pimpf” findet von ganz alleine die großen Flanken ihres Vaters. 