Schaf Blog

vom Alltag eines Moorschnucken Schafhalters

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  • Tag: Verletzung

    alles auf einmal

    Die ruhigen Schafhaltertage wurden wieder mal abgelöst.

    Angefangen hatte es damit, das Mändy sich zwischen der Klaue verletzt hatte. Die Klaue schwoll natürlich an. Nach zwei Tagen Behandlung sah das Ganze aber wieder gut aus. Sie humpelte nicht und die Schwellung ging zurück. Dennoch wollte ich sie am Freitag mit zwei anderen willkürlich ausgesuchten Schafen, lieber mit dem Auto zur neuen Weide transportieren. Nachdem ich sie gefangen hatte, sah ich die Bescherung. Oberhalb des Kronsaumes hatte sich eine Tasche gebildet, die bereits überreif aussah. Noch im Auto entfernte ich deren Inhalt und wusch die Wunde aus. Die ursprüngliche Verletzung zwischen den Klauen ist mittlerweile ausgeheilt. Ich hoffe, die Wundheilung setzt sich nun oberhalb des Kronsaumes ebenfalls fort.

    Samstag morgens um fünf klingelte dann der Wecker. Gegen 5.45 Uhr war es dann hell genug. Ich machte mich mit Erin auf die Socken. Die Rehe waren von mir “Störenfried” garnicht begeistert. Die Schafe dagegen schienen zu wissen, das es jetzt wieder auf eine frische Weide geht. Bereitwillig verliesen sie mit mir die Wiese.
    Erin dagegen schien von der Tatsache, das sie ganz allein hinter den Schafen ist und wir auf unbekanntem Gelände unterwegs, verunsichert zu sein, was sich in einem permanent hochfrequenten Quietschen äußerte. Sie trieb die Schafe zwar sauber nach und wählte entlang der Straße ihren Druckpunkt so genial, das wir - wie sich das für Fußgänger gehört - allesamt schön auf dem Fußweg unterwegs waren. Sie verweigerte das “lie down” fast vollständig und regulierte lieber selbstständig ihr Tempo. Ich finde, wir hatten trotzdem Glück, das die Schafe ihr den geringen Abstand nicht übel nahmen.
    Die Insassen des einzigen Autos das wir trafen, staunten nicht schlecht, denn wir hatten die Schafgruppe rechtzeitig auf einem Firmenparkplatz neben der Straße “geparkt”, bis der PKW vorbei war.
    Nach Überquerung des Kreisels, selbstverständlich auch im Fußgängerbereich :) waren wir dann auch schon im Industriegebiet angekommen. Ich ging nun mit Erin hinter den Schafen, da ich sicher war, das Sonntags um sechs Uhr morgens niemand zur Arbeit fahren wird. :D
    Erin beruhigte sich nun schnell wieder. Das Quietschen hörte auf. Mittlerweile kannte sie das Gelände, schließlich stehen die Schafe nun hinter unserem Firmengebäude und haben jetzt zwar nicht den tollsten Aufwuchs, freuen sich aber über Brombeeren und Hagebutten.

    außer der Norm

    Vorgestern war noch “alles-in-Ordnung-vor-sich-hin-plätschernder” Schafhalter-Alltag, gestern holt es dann nach.
    Zwei der Damen hinken (mal wieder). Ein Lamm hat sich unterm Augenlid aufgerissen und will verarztet werden.
    Zum Glück ist die Tochter hilfsbereit und wir fahren gestern gegen abend los und bauen den Pferch auf. Schafe rein - warum hab ich mir nur so kitzelige, lämmerverteidigende Muttern geholt? - und erstmal das Lamm versorgt. Zum Glück sieht die Verletzung schlimmer aus, als sie ist. Mit Aluspray wird das ganze in ein paar Tagen nicht mehr zu sehen sein.
    Eine der Muttern die hinkt, ist eine von meinen “Dauerkandidaten”. Hinken, ausschneiden, ein paar Wochen alles in Ordnung, wieder hinken….usw. usf. Ich kämpfe hier wahrscheinlich gegen die Nachwirkungen von Blauzunge. Die Klauen schuhen aus, sind unförmig und beim ausschneiden, kann ich die im Schaf-Forum mehrmals beschriebenen Anzeichen erkennen.
    Wie die Moorschnucken die Wiese in Angriff nehmen, erfreut heute morgen dafür wieder mal mein Auge. Ich hatte bereits befürchtet, das sie sich vorzugsweise über die jungen Obstbäume hermachen und die Disteln z.B. großräumig umfressen. Weit gefehlt. Der Baumschutz funktioniert gut. Die seitlichen Ableger haben dagegen keine Chance und die Schafe ersparen mir so die Baumpflege. Den Disteln geht es ebenfalls (erstaunlicherweise) an den Kragen! Vorzugsweise die oberen jungen Triebe werden abgefressen. Ich hoffe, das wir so bereits im nächsten Jahr mit einem starken Rückgang dieser Pflanzen rechnen können, ohne das ich groß Hand anlegen muß.
    Nachdem ich die übliche Bestechung, eine Tüte Brot, verfüttert habe, mache ich mich auf den Weg: Lauf durch die Weinberge.

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