Schaf Blog

vom Alltag eines Moorschnucken Schafhalters

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    was eine Woche!

    Montag war nochmal die Klauenpflege des “Problemtrupps” dran. Probleme haben die alle keine mehr. Die Klauen sehen wieder gut aus. Deshalb durften sie nach dem Bad und Abtrocknung im Unterstand auch wieder zum Rest der Herde.

    Mittwoch dann war auch der Rest der Moorschnucken mit Klauenpflege dran. Außerdem wollte ich bei jedem einzelnen Schaf die Impfstelle begutachten. Einige haben ja nun doch Erhebungen an dieser Stelle. Die meisten haben die Bluevac8 Impfung jedoch Nebenwirkungsfrei überstanden.

    Freitag dann war meine “Umtriebshilfe” da um dem Haupthund am Sonntag schon einmal seine Arbeit vorzustellen. Außerdem sind wir die Strecke abgefahren um nochmal genau abzuschätzen wie wir am günstigsten laufen und wo Ruhe- und evtl. Ausweichstellen sind und wo “Schwachstellen” sein könnten, die erhöhte Arbeit von uns und den Hunden erfordern.

    Gestern dann war wieder mal Junghundetraining angesagt. Ich hatte etwas Konzentrationsprobleme und so trainierte ich Jane hauptsächlich am Netz. Gegen Ende holte ich einfach mal fünf nettere Schafe raus und sie handelte auch diese ganz gut.

    Heute konnte ich dann endlich das Klauenbad wieder abbauen und alles verstauen. Die nächsten Klauenbäder wird es wohl hoffentlich prophylaktisch erst wieder im Herbst geben.

    Die meisten Lämmer habe ich bis jetzt nicht gekennzeichnet. Für die Kühltruhe ist das auch nicht erforderlich. Nun soll das ein oder andere Böckchen doch einen neuen Wirkungskreis bekommen und ich mußte die kleinen Kerle ihren Müttern zuordnen. Das ist einfacher gesagt als getan. Letztendlich habe ich die Lämmer markiert und aus dem Pferch gelassen. Das Schaf welches am lautesten antwortete, war die Mutter. Nach solch kurzer Trennung waren die meisten der Lämmer so nett und bewiesen dies auch, indem sie prompt saugten. Das sieht durchaus lustig aus, haben doch einige der Böcke ihre Mütter bereits an Körperhöhe übertroffen!

    Erin mußte ich danach nicht mehr trainieren. Sie hat heute gute Arbeit geleistet beim weg- bzw. zuhalten einzelner Schafe bzw. hat mir sämtliche Ausbruchversuche aus dem nur provisorisch verstellten Unterstand vereidelt.
    Für Jane habe ich wieder fünf nette Schafe ausgesucht, die sie wieder hervorragend handelte.  Leider haben die aussortierten Schafe einen extremen Zug zum Rest der Herde. Jane weiß diese Zugrichtugen der Schafe sehr gut einzuschätzen und covert diese hervorragend. Der kleine Pimpf zeigte heute Verhaltensweisen, die ich mit Erin lange und intensiv trainieren mußte und immer wieder trainieren muß. Atemberaubende Querflanken durfte ich heute sehen und sie weiß irgendwie viel früher als ich wann man loslaufen muß um die Schafe in Bewegung zu halten und wann es besser ist den Druck wegzunehmen und sich hinzulegen.
    Gegen Ende des Trainings bremste sie den Trupp, der sich dann doch einmal versuchte Richtung Herde abzusetzen gekonnt aus und nahm mein “get up” ohne zu zögern. Sie drehte die Schafe und schob sie mir sanft wieder vor die Füße. Damit beendete ich die Trainingseinheit auch, hatte dieser kleine Hund mir in diesem Moment doch bewiesen, das in ihr mehr Wille steckt als ich ihr zugetraut hatte. :D

    von Fußbädern und ersten Arbeitseinsätzen

    Da einige der Mädels immer wieder Probleme mit den Klauen haben und es ein ständiges Ping Pong zwischen ausschneiden und hinken ist, habe ich jetzt die “harte Tour” eingeschlagen.

    Also gestern Klauenbad, Treibgang, Trichter und Pferch aufgebaut und los ging es. Der erste Trupp bestand aus meinen “Sorgenkindern”, dort gefallen mir die Klauen am wenigsten. Ausschneiden, gleich entwurmen, die Heptavac Nachimpfung und ab ins Zinkbad. Hier war erstmal viel Überzeugungsarbeit von meiner und Erins Seite zu leisten. Einige schienen das kühle Bad der Klauen dann aber doch irgendwie zu genießen :)

    Den zweiten Trupp teilte ich in zwei Gruppen, da ich den Rest lieber später fertig machen wollte.
    Dieser Teil war der wesentlich unkooperativere Trupp der Herde. Außerdem sind Lämmer wie Quecksilber, was ein gezappel wegen ein bisschen Maniküre. Mehr ist das ja bei so einem kleinen Lammfüßchen nicht.
    Da es soweit flott von der Hand ging, holte ich den dritten Trupp auch noch zum Pferch. Ich versprach mir dann auch wesentlich mehr Ruhe in den Gruppen. Das Geblöke quer über die Weide ist schon nervenaufreibend.

    Nun zeigte sich aber, das die Arbeit und die Hitze an Erins Kondition und Nerven gerüttelt hatten. Außerdem rächte sich jetzt, das ich diesem Hund beigebracht habe über Netze zu hüpfen, um so Abstand zu den Schafen zu halten. Bei drei Gruppen und einer Mutter, die sich vom Acker machen will ist es schwer dem Hund zu erklären, das er vor den Netzen bleiben, dicht an die Muttern gehen und die andere Gruppe stehen lassen muß. Erins Schwanz ging immer häufiger in die Höhe, ein deutliches Zeichen von Überforderung.

    Dennoch schafften wir es mit vereinten Kräften auch die dritte Gruppe in den Pferch zu bekommen. Dann schiebe ich sie halt alleine in das Klauenbad :)
    Jane mußte die ganze Zeit angeleint warten, da ihr Arbeitseifer nicht zu zügeln ist, vor allem wenn zwischen ihr und den Schafen kein Netz steht. Da nun alle Schafe “verpackt” waren, machte ich die Leine ab. Sie würde so noch ein bisschen rumrennen können.
    Wieder einmal unterschätzte ich den Arbeitswillen des kleinen Derwischs. Ruck-Zuck balancierte sie die Schafe aus und genauso Ruck-Zuck standen die Ladys in Reih und Glied im Treibgang - fertig für das Klauenbad!
    Die letzten drei Paar Schafe habe ich dann zusammen mit Jane ins Klauenbad befördert, während Erin froh war, im Schatten ausruhen zu können. Obwohl Jane außer “lie down” noch keinerlei Kommandos hat (wenn man mal vom “sch sch” für die Flanken absieht) hatte sie ihren ersten kleinen “Arbeitseinsatz” :)
    Nur über die Bedeutung von Feierabend sind wir nach wie vor unterschiedlicher Meinung. Während ich froh war, das alle Schafe versorgt sind und wir jetzt heim fahren können, fand Jane, das das ja wohl noch nicht alles gewesen sein kann. :D

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